Schwan verletzt - gestorben - Brut zerstört! Schwanenunglück am Epplesee

Aufruf: Bitte um Meldung Ihrer / Eurer Beobachtungen via Pfingsten 2022 

Wer hat den Schwanen-Vandalismus beobachtet?  [Artikel überarbeitet am 23.06.2022]

Kurz vor Pfingsten, Freitag den 3 Juni, sah Bernd, der um den See herum lief, im Schilf nahe des Schwanennestes (Südufer zum Neckar hin, hier auf einer Schilfzunge) einen der Schwäne in sich verkrümmt im Schilf treiben, als wäre er verletzt. Der andere Schwan, vermutlich die Schwanenfrau, schwamm immer um ihn herum. Am Dienstag nach Pfingsten schwamm dann die Schwänin verwaist im See herum, versuchte vergeblich auf die Insel im See zu steigen; sie war scheu, schreckhaft und machte einen traumatisierten Eindruck.

Insel im Eppleseeschwaene wehr

Links: die Insel, um die die Schwanendame suchte. Rechts ein anderes Schwanenpaar in Tübingen

 

Eine folgende Inspektion des Nestes ergab: es ist leer, kein Vogelkot drinnen, keine Eierschalen. Keine Federn schwammen herum, nichts deutete auf einen Kampf mit einem anderen Tier hin. Die Absuche des umliegenden Schilfes ergab keinerlei Spuren; das Abradeln der Umgebung bis zum Stauwehr ergab ebenfalls keine Hinweise.

Zwischen dem 13. und 17.06. kann Udo aus seinem Schlauchboot aus erkennen, dass die Schwanendame ein verletztes Bein unter dem Flügel trägt bzw. es zum Teil der Flosse heraushängt, sie es aber nicht mehr bewegen kann.

Am 14.06 erreicht mich eine Mail von einer Fahrradfahrerin. "Ich habe kurz vor Pfingsten am Fr, 27. Mai morgens mit dem Rad auf dem Weg nach Kiebingen am Neckar entlang direkt auf der Höhe des ENBW-Kraftwerks (aber auf der anderen Neckarseite auf dem Feldweg) ein schwer verletztes Schwanenküken (ohne Familie/Mutter in der Nähe) gefunden, das war auf einer Kopfseite blutig, bewegte sich aber noch .." Auf dem Weg zur Rettung ist es leider in ihrem Fahrradkorb zwischen Kiebingen und Bühl gestorben. Ob es einen Zusammenhang mit dem Schwanennest am Baggersee gibt, wissen wir nicht.

Was ist passiert? Wir vermuten, Menschen haben sich dem Nest genähert, der Schwanenvater wollte es beschützen und ließ dabei in Folge sein Leben. Wahrscheinlich starb er an inneren Verletzungen. Der Schwanenfrau wurden die Eier oder Küken gestohlen. Sie hat ihr Nest verteidigt und erlitt dabei die Beinverletzung. Einiges deutet auf Schläge mittels Paddel o.ä. (Bei einem Riss hätten wir Federn gefunden und hätte der Schwanenvater geblutet.)

Am Epplesee gibt es seit Jahren nur dieses einziges Schwanenpaar. Sie bilden eine lebenslange Partnerschaft. Wie traurig, dieses Leid zu sehen. Bitte helft diesen Vorfall aufzuklären und die Schwanenfrau zu retten.

Es ist sehr schwierig, konkrete tatkräftige Unterstützung durch den Tierschutz zu bekommen, was an Überlastung u.ä. liegt. Auch Natur e.V. kann momentan nicht weiterhelfen. >>> NATuR e.V. Aber die Kontakte laufen an und ich/wir erhalten wertvolle Informationen.

18.6. Die Schwänin ist drei Tage lang suprlos verschwunden.

19.6. Am See gibt es Diskussionen. Einige denken, es wird Zeit, dass die Stadt Tübingen einen / eine Naturschutz-Wart einstellt, wie z.B. im Schwarzwald. Patrouillen entlang des Neckars und der Baggerseen sind dringend notwendig. Es erreichen mich zunehmend mails, die berichten, dass Hunde Enten oder Schwäne jagen und reissen. Auch bezeugen frühere Artikel des Schwäbischen Tagblattes etlichen Schwanen-Mißhandlungen, Schwanentötungen und Schwanenvandalismus; häufig zwischen Neckar und Weilheimer Wiesen.

Übrigens: soetwas ist neben Tierquälerei auch WILDEREI, denn bei uns fallen Schwäne und einige Entenarten unter das Jagdrecht. Bitte, zeigt die Menschen / Hundehalter an, denn wo kein Kläger, keine Tat. Zuständig ist m.W. nach 1. die untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Tübingen bzw. 2. die örtlichen Jagdpächter. Für Risse ist auch das Veterinäramt zu verständigen.
Hier zu einem >>> aktuellen Kommentar

23.06. Die Schwanenfrau schwimmt /paddelt wieder auf dem See. Ihr Fuß ist weiterhin unbeweglich und hängt gelähmt herab. Die Sonne knallt drauf.

22.06. Endlich konnte ich eine Fachfrau zu Schwanen sprechen. Ergebnis: Die Schwänin am See braucht momentan bzw. die nächsten Wochen Futter, mit nur einem Bein wäre sie langfristig nicht überlebensfähig. Aber noch wissen wir nicht, ob ihr Bein wieder verheilen kann. Als Futter eigenen sich frisches Toastbrot oder Körnermischbrot (z.B. aus Aldi), Samen/Körner von Weizen, Mais, Getreide. Feinen frischen Grünschnitt bringen. Täglich.  In diesem Falle eignet sich Brot, obwohl es bei anderen Tieren schädlich oder tödlich sein kann.Bringt Ihr trockenes Brot, weicht es vorher ein, macht Brocken draus. Es passt mit dem Verdauungsorganen von Schwänen zusammen. Wichtig ist: die Schwänin braucht das täglich. Noch ist unklar, wer das regelmäßig leisten kann.
Ein gesunder Schwan braucht 3-4 kg frisches Futter/Pflanzennahrung am Tag. .

Also, wer kann der Schwanenfrau helfen?

Dieter (von unterm Ahorn) wäre bereit, den Schwanenfrau einzufangen, falls sie zu einer Tierärztin müsste. Er erzählte, sie haben vergangenes Jahr einen Schwan geschnappt und gemeinsam einen verbohrten Angelhaken aus Schnalbel und Flügel gedreht.

Beitte schickt Eure Infos an mich. Danke vorab im Namen von etlichen Schwanen-Besorgten. (Bitte benutzt dazu das Formular, Achtung, nicht die Zahlen abschreiben, sondern ausrechnen und Ergebnis eintragen.) Eure Christine

23.und 24.06. Wo steckt die Schwanendame? Sie ist nirgends zu sehen. Ich bin das Neckarufer abgeradelt, habe die Fischerseen inspiziert, war schwimmen durch den Epplesee.... nirgends ist die Schwänin zu sehen.

 Sie / Ihr möchtet mehr über Schwäne erfahren, was sie fressen, wie mensch helfen kann, wovon Schwäne bedroht sind und mehr: eine super informative Website ist die des Schwanenschutzkomitees e.V. >>>hier Schwanenschutz